Jetzt sei doch mal ein wenig spontan!

"Sei doch nicht so empfindlich!", oder "Sitz doch nicht immer so unruhig am Tisch!". Kommt Ihnen das bekannt vor? Egal ob im Beruf unter Arbeitskollegen, in Partnerschaften, im Familienleben oder in der Erziehung. Derartige Aussagen und Aufforderungen hören wir doch oft. Was wurde Ihnen in dieser Form bereits alles angetragen? Wie sollten Sie eigentlich sein, wenn Sie auf Ihr Umfeld hören? Oder wie genau wollten Sie Ihre Eltern, Ihre Lehrer?

 

Selbstverständlich kann man sich Verhaltensweisen antrainieren und auch ganz gut neue Verhaltensweisen erlernen. Mit den modernen Erkenntnissen der Psychologie und der Hirnforschung ist da Vieles möglich. Es gibt aber auch Unmögliches. Die vorhin genannten Beispiele gehören in die Kategorie "unmöglich zu verändern". Wir leben in einer Welt und einer Zeit, in der alles möglich sein muss. Bereits in den Schulen, in der Ausbildung und immer mehr auch im Beruf werden wir angehalten, zu reflektieren und über uns selbst nachzudenken und uns gezielt zu entwickeln. Wir sollen Ziele formulieren, heisst es allenthalben. Doch es muss wieder einmal klar gesagt werden, dass es eben Grenzen gibt. Biologische Grenzen. Ein Teil Ihrer Persönlichkeit ist genetisch bestimmt und damit vordefiniert. Kein Ziel, kein Masterprogramm und keine Motivationsseminare à la "tschakka-tschakke"" helfen da weiter. Es hilft dann auch nicht, wenn Sie sich täglich mit positiven Affirmationen abquälen. Ist das schlecht? Nein, finde ich! Ganz und gar nicht. Es kann sogar ganz schön entspannend sein. Sie sind, wie Sie sind und das ist gut so. 

 

Beispiel gefällt? Ob Sie auf eine negative oder positive Situation empfindlich oder eher unempfindlich reagieren, ist eigentlich keine Wahl. Diese Sensitivität ist in Ihren Genen definiert. Nicht definiert ist aber die Frage, wie Sie mit einer Tendenz zur Sensibilität im Alltag umgehen. Das wiederum ist lernbar. In der Psychologie spricht man von so genannten Erstreaktionen (das, was genetisch definiert ist) und den Zweitreaktionen. Und eben diese Zweitreaktionen sind veränderbar, entwickelbar und anpassbar.

 

Bleiben Sie also, wie Sie sind und finden Sie Wege und Möglichkeiten das Beste damit herauszuholen. Das Beste ist übrigens nicht das Meiste....

 

Freuen Sie sich also über Menschen, die spontan sind, weil Sie so sind wie Sie sind. Und freuen Sie sich über Menschen, die nicht so spontan sind, weil Sie auch so sind, wie Sie sind und weil eben beides nicht veränderbar ist. Aus einem Elefanten mit einem langen Rüssel machen auch 7 Jahre intensive Psychotherapie keine Gazelle. Aber sowohl der Elefant wie auch die Gazelle könne ihre Stärken nutzen. Und darum geht's!

 

Für Ihre Psyche gesund und wirkungsvoll ist, wenn Sie akzeptieren können was ist und Sie sich dann auf die Suche nach Stärken machen. Stärken stärken ist sowieso ein zentrales Thema zu Verbesserung der Lebenszufriedenheit. Und das ist auch aus wissenschaftlicher Sicht wasserdicht belegt. Doch dazu dann aber ein andermal mehr.

 

Viel Spass und herzliche Grüsse

Christoph Dobler

 

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Theola Bower (Sonntag, 05 Februar 2017 03:08)


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