Du musst nur positiv denken. Und dann?.

Kennen Sie das? "Du musst nur positiv denken, dann kommt alles gut". Wie oft haben Sie diesen Satz schon gehört oder vielleicht sogar selbst benutzt, beispielsweise um jemanden auzumuntern? Ein Blick ins Internet oder in Buchhandlungen scheint diese These zu bestätigen. Da gibt es tausende von Büchern, Blogeinträgen und Artikel zu diesem Thema. Sie versprechen das grosse Glück, den materiellen Erfolg, die Befreiung von Ängsten, die neue tolle Freundin und den besten aller Ehemänner. Und es sei ganz einfach, wird gesagt und geschrieben. Mit der richtigen Visualisierungstechnik, oder mit dem richtigen "Bestellen beim Universum" oder anderen Methoden soll alles menschenmögliche auf die schnelle Art real werden. Leider wird auch die Positive Psychologie vorschnell mit dem "Positiven Denken" in Verbindung gebracht. Doch hier gibt es kaum Gemeinsamkeiten. Die Positive Psychologie ist eine Teildisziplin der Psychologie und Gegenstand vieler wissenschaftlicher Forschungen. Viele Modelle der positiven Psychologie sind mittlerweile empirisch wasserdicht belegt. Wer's gerne wissenschaftlich mag, findet im Netz bereits unzählige Studien. Doch was ist nun dran, am so genannten "Positiven Denken", wie oben beschrieben? Funktioniert das tägliche, vielleicht sogar aufgezwungene Positive Denken tatsächlich? Affirmationen sollen dieser Theorie nach ja unter anderem die Lösung sein. Mit dem Risiko, nun einige zu enttäuschen: Leider nein. Es gibt bereits Untersuchungen und Argumente, die belegen, dass das Gewünschte sich oftmals eher ins Gegenteil wandelt. Wer beispielsweise mit Affirmationen und Positivem Denken gegen Ängste vorgehen will, wird diese unter Umständen noch verstärken. Wer gegen eigene Verhaltensmuster mit positivem Denken vorgehen will, erreicht auch selten das Ziel. Warum ist das so? Barbara Fredrickson, eine der führenden Forscherinnen im Bereich der positiven Psychologie und der positiven Emotionen argumentiert und belegt, dass das Benutzen von Willenskraft zur Behebung von Unerwünschtem eben genau den Fokus auf das richtet, was nicht mehr sein soll. Wer also beispielsweise finanzielle Sorgen und Ängste hat und sich mit Affirmationen diese quasi "wegdenken" will, fokussiert noch mehr auf diese Ängste und Sorgen und erreicht das Gegenteil.  Die Lösung läge also eher im Annehmen was ist, als im Verdrängen. Annehmen lernen was ist, ist eine gute Basis, sich um Veränderung zu kümmern und Veränderungen einzuleiten.

 

Genau gleich führt auch Erfolg nicht zu mehr Glück. HIer stimmt ebenso das Gegenteil: Glück führt zu Erfolg. Daran gibt es aus wissenschaftlicher Sicht keine Zweifel. Alles andere ist ein Trugschluss und demnach auch ein Denkfehler.

 

Haben Sie es lieber rational und mathematisch? Dann untersuchen Sie doch derartige Aussagen wie eine mathematische Formel. "Zeit ist Geld" ist auch so eine Aussage. Die ist aber ebenso falsch und ebenso ein Denkfehler. Wäre sie richtig, dann könnte man sie genau umgekehrt formulieren: Wenn Zeit = Geld ist, dann müsste mathematisch gesehen Geld = Zeit sein. Aber leider funktioniert das nicht. Lebenszeit lässt sich nicht mit Geld kaufen. Die positive Psychologie kennt aber viele einfache und bestechende Methoden, um die Lebenszeit mit mehr Zufriedenheit zu verbringen. Und Sie wissen ja bereits: Zufriedenheit macht eher erfolgreich als umgekehrt. Höchste Eisenbahn also, dass Sie sich um Zufriedenheit und Wohlbefinden kümmern. Viel Glück für mehr Erfolg!

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